Und plötzlich… war ich in Indien
Es gibt Reisen, die plant man monatelang und dann gibt es diese anderen Entscheidungen, die sich innerhalb von ein paar Sekunden einfach richtig anfühlen.
Meine Yoga Ausbildung in Indien gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.
Ich saß damals noch in Thailand in einem Yoga Retreat, als mir jemand erzählt hat, dass sie im September eine Yoga Teacher Training Ausbildung in Rishikesh machen würde. Und in dem Moment hat es irgendwie sofort Klick gemacht. Eine Yoga Ausbildung war schon lange irgendwo in meinem Hinterkopf, aber plötzlich ergab alles Sinn: Indien, Yoga, ein sicherer Rahmen, neue Menschen, eine intensive Erfahrung und gleichzeitig die Möglichkeit, danach weiterzureisen.
Sechs Wochen später saß ich am Flughafen in Sri Lanka und konnte immer noch nicht glauben, dass ich wirklich nach Indien fliege. Indien war für mich schon immer eines dieser Länder, die mich magisch angezogen haben. Ich liebe indisches Essen, war unfassbar neugierig auf die Kultur und hatte gleichzeitig auch Respekt vor der Reise. Vor allem davor, alleine nach Indien zu reisen. Genau deshalb war die Yoga Ausbildung für mich der perfekte Einstieg.

Warum eine Yoga Ausbildung in Indien?
Viele machen eine Yoga Ausbildung, weil sie später unterrichten möchten. Natürlich lernt man unglaublich viel über Asana, Anatomie, Meditation, Philosophie und Pranayama (und noch so viel mehr…), aber ehrlich gesagt war die Ausbildung für mich viel mehr als nur eine Weiterbildung.
Mich hat vor allem der Gedanke angezogen, Yoga dort zu lernen, wo diese Tradition ihren Ursprung hat und bis heute für viele Menschen ein selbstverständlicher Teil des Alltags und der Kultur ist.
Gleichzeitig hat mich Indien schon lange fasziniert. Nicht nur als Reiseziel, sondern als Ort voller Gegensätze, Geschichten, Intensität und Perspektiven, die sich sehr von meinem Leben in Deutschland unterscheiden.
Und genau diese Kombination hat sich für mich unglaublich besonders angefühlt: Nicht nur tiefer in Yoga einzutauchen, sondern gleichzeitig ein Land kennenzulernen, das mich schon seit Jahren magisch angezogen hat und von Menschen zu lernen, die mit dieser Tradition aufgewachsen sind oder sie seit vielen Jahren leben und weitergeben.
In Indien wird Yoga oft ganz anders vermittelt, als ich es aus Deutschland kannte. Weniger als reine Bewegungspraxis oder Workout, sondern viel mehr als ein ganzheitlicher Umgang mit Körper, Geist und dem eigenen Leben. Yoga ist dort nicht einfach „Teil der Morgenroutine“, sondern etwas, das in vielen kleinen Momenten spürbar wird: in Gesprächen, Ritualen, im Umgang miteinander und in der Art, wie Menschen ihrer Praxis begegnen.
Und genau das hat meine Perspektive auf Yoga nachhaltig verändert.


Meine Anreise nach Indien & nach Rishikesh
Ich bin über Delhi nach Indien eingereist und anschließend weiter nach Dehradun geflogen. Von dort aus ging es mit dem Taxi nach Rishikesh.
Der Flug von Delhi nach Dehradun dauert ungefähr eine Stunde und kostet ca. 40-60 Euro. Das Taxi von Dehradun nach Rishikesh kostet ca. 1.000 bis 1.400 Rupien, also etwa 10 bis 14 Euro. Viele Yogaschulen organisieren aber auch einen privaten Pickup direkt vom Flughafen, was ich gerade nach einem langen internationalen Flug absolut empfehlen würde.
Alternativ kannst du auch direkt von Delhi mit einem privaten Taxi nach Rishikesh fahren. Die Fahrt dauert etwa 5 bis 7 Stunden und liegt ca. bei 60-80 Euro.
Und auch wenn die Reise am Anfang überwältigend wirken kann: Indien hat mich direkt vom ersten Moment an komplett fasziniert.
Gleichzeitig war das Ankommen definitiv intensiv. Neue Gerüche, lauter Verkehr, viele Menschen, völlig andere Abläufe, ein anderes Energielevel. Ich glaube, fast jede Person erlebt beim ersten Indien-Trip erstmal eine kleine Reizüberflutung.
Gerade deshalb war die Yoga Ausbildung für mich rückblickend ein unglaublich schöner Einstieg. Ich hatte direkt einen Rahmen durch die Yoga Schule, feste Strukturen, eine Community und musste nicht komplett alleine in diesem neuen Land „ankommen“.
Zum Thema „erste Reise nach Indien“, Ankommen, Kulturschock, SIM-Karte, Geld abheben und meine persönlichen Tipps werde ich aber noch einen eigenen ausführlichen Artikel schreiben.

Erste Eindrücke in Rishikesh
Die ersten Tage in Rishikesh waren ein kompletter Mix aus Euphorie, Überforderung und absoluter Faszination.
Schon direkt nach meiner Ankunft haben wir uns in einer kleinen Gruppe zusammengefunden und sind morgens zum Ganges gegangen. Dort haben wir unsere Füße ins Wasser gehalten und versucht, erstmal überhaupt anzukommen. Gleichzeitig wurden wir aber auch direkt damit konfrontiert, wie intensiv Indien sein kann: Immer wieder wollten Menschen Fotos mit uns machen, was aufregend und überwältigend zugleich war.
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat mich Rishikesh vom ersten Moment an komplett in seinen Bann gezogen: Diese Stadt hat eine Energie, die sich nur schwer beschreiben lässt. Der Verkehr wirkt erstmal wie pures Chaos, überall wird gehupt, Tuk Tuk’s schlängeln sich durch die Straßen, Autos fahren gefühlt gleichzeitig aus allen Richtungen und trotzdem scheint dieses Chaos irgendwie zu funktionieren.
Zwischen all dem befinden sich unzählige kleine Foodstände, winzige Shops mit Räucherstäbchen, Malas, Tüchern und handgemachtem Schmuck, kleine Barber Shops mitten an der Straße und überall Menschen, Geräusche, Farben und Gerüche, die ich so vorher noch nie erlebt hatte.
Und dann natürlich die Kühe, die für mich eine ganz besondere Magie ausgestrahlt haben. Mitten zwischen Menschen, Scooty’s und Straßenständen stehen sie plötzlich auf der Straße oder laufen ganz selbstverständlich durch die Gassen. Absolut ruhig, präsent und vollkommen selbstverständlich Teil dieses Ortes.
Generell hatte ich in den ersten Tagen ständig das Gefühl, Dinge zu sehen, die mein Auge vorher einfach noch nie gesehen hatte. So viele kleine Szenen, Details und Eindrücke, die mich gleichzeitig komplett reizüberflutet und unglaublich fasziniert haben.
Und über allem liegt dieser Ganges… Diese unfassbare Kraft des Wassers, die Strömung, die Reflektionen der Sonne, die Berge im Hintergrund und diese besondere Stimmung entlang des Flusses haben mich vom ersten Moment an tief berührt. Der Ganges ist dort nicht einfach nur ein Fluss. Man spürt, welche Bedeutung dieser Ort für so viele Menschen hat.




Wie intensiv ist eine Yoga Teacher Training Ausbildung wirklich?
Eine Yoga Teacher Training Ausbildung ist genau das: Eine Ausbildung.
Und auch wenn die Kulisse in Rishikesh mit Bergen, Ganges und tropischer Wärme manchmal fast surreal schön wirkt, darf man die Intensität definitiv nicht unterschätzen. Die Tage sind lang, vollgepackt und mental wie körperlich fordernd. Gleichzeitig entsteht genau dadurch aber auch dieses tiefe Eintauchen in die Yoga-Welt, das die Erfahrung so besonders macht.
Unser Alltag sah ungefähr so aus:
- 05:30 – 06:00 Uhr
Aufstehen & Self Study / Meditation - 06:00 – 07:30 Uhr
Ashtanga Yoga Practice - 07:30 – 08:30 Uhr
Pranayama - 08:30 – 09:30 Uhr
Frühstück - 10:00 – 12:00 Uhr
Yoga Philosophy & Ayurveda - 12:00 – 13:00 Uhr
Lunch - 13:00 – 14:30 Uhr
Self Study / Pause / Laundry / Coffee Break - 14:30 – 16:00 Uhr
Anatomy & Alignment - 16:00 – 17:30 Uhr
Hatha Yoga Practice - 17:30 – 18:30 Uhr
Meditation - 19:30 Uhr
Dinner
Und obwohl die Tage unglaublich voll waren, hatte ich erstaunlicherweise trotzdem dauerhaft Energie. Einfach weil alles so neu, spannend und erfüllend war.
Ich habe meine erste Ausbildung im Mai gemacht und gerade die Hitze war teilweise schon herausfordernd. Vor allem mittags habe ich oft gemerkt, wie sehr der Körper eine kleine Pause braucht. Wenn man sehr sensibel auf hohe Temperaturen reagiert, würde ich die Jahreszeit definitiv mit in die Planung einbeziehen.
Die Sonntage waren bei uns meistens frei, was unglaublich gut getan hat. Oft haben wir gemeinsame Ausflüge gemacht, Sonnenaufgänge angeschaut oder einfach versucht, all die Eindrücke und das Gelernte ein bisschen zu verarbeiten.


Was ich in der Yoga Ausbildung wirklich gelernt habe
Vor der Ausbildung dachte ich ehrlich gesagt, dass ich dort hauptsächlich lernen würde, wie man Yoga unterrichtet.
Und natürlich haben wir unglaublich viel fachlich gelernt:
- Ashtanga Yoga
- Hatha Yoga
- Anatomy & Alignment
- Meditation
- Pranayama
- Ayurveda
- Yoga Philosophie
- Teaching Methodology
Aber rückblickend war das Größte eigentlich etwas anderes: Diese Ausbildung hat meine komplette Perspektive auf Yoga verändert.
Vorher war Yoga für mich vor allem Bewegung. Danach habe ich verstanden, dass Yoga eigentlich viel mehr ein Umgang mit dem eigenen Geist ist.
Gerade die Philosophie-Stunden haben bei mir unglaublich viel ausgelöst. Dort ging es immer wieder darum, wie sehr unser Geist permanent springt: Vergangenheit, Zukunft, Sorgen, Wünsche, Vergleiche, Erwartungen. Und dass Yoga im Kern eigentlich versucht, genau diese inneren Bewegungen ruhiger werden zu lassen.
Auch die Meditationen am Abend haben mich total geprägt. Wir haben jeden Tag andere Techniken gelernt und ausprobiert. Teilweise ganz simple Dinge wie eine Humming Meditation, bei der wir minutenlang summen und danach einfach nur still sitzen und beobachten, was im Körper passiert.
Besonders spannend fand ich außerdem Anatomy & Alignment. Dort ging es darum, wie unterschiedliche Körper funktionieren, wie man Menschen sicher in Positionen begleitet und was man bei Beschwerden wie Rücken- oder Hüftschmerzen beachten sollte.
Gleichzeitig habe ich aber auch gemerkt, dass man durch eine Yoga Ausbildung natürlich nicht plötzlich „fertig“ ist.
Ich hatte teilweise das Gefühl, dass mir beim Unterrichten noch mehr Alignment und praktische Anleitung gefehlt hätten. Aber genau das war auch ein wichtiges Learning: Yoga unterrichten lernt man letztendlich vor allem durch Praxis, Erfahrung und Wiederholung.
Und genau dadurch hat sich mein Verständnis von Yoga komplett verändert.
Weg von: „Wie sollte ich eine Pose perfekt machen?“ und mehr hin zu „Wie fühlt sich die Praxis heute für mich an”?
Das Essen während der Yoga Ausbildung
Ein Thema, das viele interessiert und nach dem ich sehr oft gefragt wurde: das Essen.
Ich habe es absolut geliebt und war super happy mit unserer Verpflegung. Es war fast komplett indisch und als kleines Buffet aufgebaut. Jeden Tag gab es einen unterschiedlichen Mix aus Reis, Chapati, Curries, Gemüse und nordindischen Spezialitäten.
Dazu gab es jederzeit gefiltertes Wasser und Tee.
Ich habe generell alles sehr gut vertragen und hatte keine Probleme mit dem Magen oder dem Schärfegrad der Gerichte.
Wie teuer ist eine Yoga Ausbildung in Rishikesh?
Die Preise variieren natürlich stark je nach Schule, Art der Ausbildung und Dauer.
Unterkunft und Essen sind bei den meisten Yoga Schools bereits inklusive. Oft kann man zwischen Dorms, Zweibettzimmern oder Einzelzimmern wählen, was sich natürlich auch auf den Preis auswirkt.
Eine 200h Yoga Teacher Training Ausbildung in Rishikesh kann man schon ab umgerechnet ca. 600 € machen. Ich selbst habe für meine 200h Ausbildung inklusive Einzelzimmer ungefähr 900 € bezahlt.
Die Hauptkostenpunkte sind:
- 200h Yoga Teacher Training inkl. Unterkunft, Essen & Ausflügen: ca. 600–1.500 €
- Flug nach Indien: ca. 500–900 €
- Inlandsflug Delhi → Dehradun: ca. 40–60 €
- Taxi von Dehradun nach Rishikesh: ca. 10–14 €
- E-Visum für Indien: ca. 25–80 € je nach Dauer des Visums (ich hatte ein Visum für 1 Jahr)
- Auslandskrankenversicherung: individuell, oft ca. 30–80 € für mehrere Wochen bis Monate
Natürlich kommen je nach Lifestyle noch Dinge wie Cafés, Tuk Tuks, Wäsche, Shopping oder kleine Ausflüge dazu.
Ein kritischer Blick auf meine Yoga Ausbildung
Trotz all der wunderschönen Erfahrungen finde ich es wichtig, auch ehrlich über die Herausforderungen und Grenzen einer intensiven Yoga Ausbildung zu sprechen.
Gerade im Vergleich zu vielen Ausbildungen in Deutschland gibt es einen großen Unterschied: Viele Teacher Trainings dort finden über mehrere Monate hinweg an Wochenenden oder in einzelnen Blöcken statt. Dadurch zieht sich die Ausbildung zwar länger, aber man hat auch deutlich mehr Raum für Integration, zum Lernen zwischen den Modulen und vor allem dafür, selbst zu unterrichten und Erfahrungen zu sammeln.
In einem intensiven 200h Training in Indien ist das anders. Es fühlt sich teilweise ein bisschen wie eine Druckbetankung an. Man lernt unglaublich viel in sehr kurzer Zeit und bekommt einen intensiven Einblick in unterschiedlichste Bereiche des Yoga, aber mir wurde auch relativ schnell klar, dass diese Ausbildung eigentlich eher eine Foundation ist als ein „fertiges Ergebnis“.
Ich glaube, man sollte nicht mit der Erwartung in eine 200h Ausbildung gehen, danach ein perfekter Yoga Teacher zu sein. Für mich war es eher eine Introduction. Wie ein Türöffner in eine riesige Welt, in der das eigentliche Lernen danach erst richtig beginnt.
Gerade das Thema Alignment hätte ich mir persönlich noch deutlich ausführlicher gewünscht. Ich habe es geliebt, dass Meditation, Pranayama und Philosophie so viel Raum bekommen haben und dass Yoga dadurch so ganzheitlich vermittelt wurde. Gleichzeitig hätte ich mir gerade bei Anatomie, präzisem Alignment und den Feinheiten der Ausrichtung teilweise noch mehr Tiefe gewünscht.
Auch das eigene Unterrichten kam bei uns eher kurz. Wir haben nur zweimal in kleinen Gruppen selbst unterrichtet und ich habe gemerkt, dass ich mir mehr praktische Teaching-Erfahrung gewünscht hätte.
Und trotzdem: Rückblickend war genau diese Ausbildung der perfekte Startpunkt für mich, weil sie nicht versucht hat, mir das Gefühl zu geben, „fertig“ zu sein, sondern eher gezeigt hat, wie groß und tief Yoga eigentlich wirklich ist.
Würde ich wieder eine Yoga Ausbildung in Indien machen?
Definitiv!
Und ehrlich gesagt war für mich schon während der Ausbildung klar, dass das wahrscheinlich nicht meine letzte Reise nach Indien gewesen sein würde. Ich bin aus dieser Zeit nicht nur mit neuem Wissen über Yoga herausgegangen, sondern vor allem mit einer komplett neuen Perspektive auf das Leben, auf mich selbst und darauf, wie ich dem Alltag begegnen möchte.
Und dabei ging es für mich nie nur um Yoga.
Es ging genauso darum, endlich tiefer in dieses Land einzutauchen, das mich schon seit Jahren magisch angezogen hat. Die Kultur, die Menschen, die Energie, die Gegensätze, die Intensität, die Art zu leben… all das hat mich vom ersten Moment an tief bewegt und nachhaltig geprägt.
Dass ich diese Ausbildung damals eher spontan gefunden habe, fühlt sich rückblickend wie ein Geschenk an. Diese Reise hat nicht nur mein Jahr verändert, sondern auch meine Sicht auf viele Dinge, meine Prioritäten und sogar meine berufliche Ausrichtung nachhaltig beeinflusst.
Und vielleicht sagt schon alles, dass ich nur sechs Monate später wieder nach Indien gereist bin, um dort noch eine weitere 300h Yoga Teacher Training Ausbildung zu machen.
Obwohl die Reise damals offiziell geendet hat, hatte ich eigentlich eher das Gefühl, dass meine Yoga Reise dort gerade erst begonnen hat.


Mein Vlog zur Yoga Ausbildung
Wenn du einen noch persönlicheren Eindruck von meiner Zeit in Rishikesh bekommen möchtest, habe ich meine ersten Wochen vor Ort auch in einem Vlog festgehalten. Dort bekommst du einen Einblick in die Atmosphäre der Stadt, meine Lieblingsorte, den Alltag zwischen Yoga-Ausbildung und Ganges sowie viele Eindrücke, die sich nur schwer in Worte fassen lassen.
Falls du Fragen hast, schreibe mir doch gerne eine Nachricht unter mein YouTube Video oder auf meinem Instagram Channel. Ich freue mich!
Lebensverliebte Grüße
Deine Jana
